Die sportliche Entwicklung – zwischen den Weltkriegen 1915 – 1939

Dies ist Teil 4 von 4 aus der Reihe Vereinsgeschichte

Die sportliche Entwicklung – zwischen den beiden Weltkriegen 1915 – 1939

Durch die Gründung der Handballabteilung fanden auch neue Mitglieder den Weg in den Verein. Die Abteilung wurde in erster Linie von den Turnern gestellt, von denen erwartet wurde, dass sie neben dem Handballtraining auch weiterhin an den Turnübungsstunden teilnahmen. Die Handballabteilung hatte zwar nur eine Mannschaft, die aber bald eine beachtliche Stärke entwickelte und sich einen Namen im weiten Umkreis machte. Von Jahr zu Jahr stieg man in eine höhere Klasse auf. Zuerst wurde die Mannschaft Kreismeister, dann Bezirksmeister und 1927 errang man den stolzen Titel eines Handballgaumeisters. Dies gelang in den folgenden Jahren noch zweimal und zeugte von einem hohen Leistungsstand bei den damaligen Verhältnissen ohne einen richtigen Trainer. Wie ist denn so etwas möglich, fragt man sich heute? Diese Frage hatte man auch damals gestellt, und darauf soll Hubert Rotheut, ein Spieler dieser Zeit zurückschauend geantwortet haben, „Die meisten von uns waren arbeitslos und da haben wir uns halt mit Handballspielen die Zeit vertrieben“.

Immerhin müssen sie vieles richtig gemacht haben, denn das belegt zumindest der Erfolg. Durch die Gaumeistertitel konnte man um die westdeutsche Feldhandball-Meisterschaft mitspielen. Da ging es gegen bekannte Mannschaften aus dem Rheinland wie TV Krefeld-Oppum oder Polizei Köln, die auch die Zuschauer anzogen. Bis zu 2000 Zuschauer zählte man da gelegentlich bei diesen Begegnungen.

Nach 1929 wurde es dann wieder stiller um die Mannschaft, die Gründe dafür sind nicht bekannt. Aber 10 Jahre später, kurz vor Ausbruch des Krieges, wurde 1938 wieder die Kreismeisterschaft gefeiert und es wurden Hoffnungen in eine Aufwärtsentwicklung der Mannschaft gesetzt.

Die Turner hatten das Glück, im Vereinslokal den Tanzsaal als Trainingsstätte nutzen zu können. Da hatte man es auch nicht weit, um anschließend in gemütlicher Runde seinen Flüssigkeitsverlust ausgleichen zu können. Für sie war es natürlich schwer, bei der Masse der Turner in den Wettkämpfen einen herausragenden Platz zu belegen. Hier mussten schon Talent und Trainingsfleiß zusammenkommen, um aufs Siegerpodest zu steigen. Zwei Athleten hatte die Turnabteilung vorzuweisen, die sich von der Masse abhoben. Dies waren Willi Hensch und Gottfried Hahn, die in der Leichtathletik jeweils einen Gaumeistertitel gewinnen konnten. Von den Mehrkämpfern wird berichtet, dass auf den Turnfesten viele Siegermedaillen errungen wurden. Herauszuheben ist aber die Leistung von Franz Hahn, der in der Meisterklasse 1934 auf dem Rheinischen Landesturnfest im gemischten Zwölfkampf (6 x Turnen, 6 x Leichtathletik) den 2. Platz erzielte. Dies zeigt, dass auch in der Turnabteilung gut trainiert wurde.

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