Wiederaufbau nach dem 1. Weltkrieg

Dies ist Teil 2 von 4 aus der Reihe Vereinsgeschichte

 

Wiederaufbau: Trotz der hohen Verluste an Turnkameraden wollte man den Turnverein nicht untergehen lassen. Mathias Vonderbank als 1. Vorsitzender, Gerhard Dohmen als Oberturnwart und Josef Hermanns als Geschäftsführer bauten den Turnverein wieder auf. Bereits 1919 organisierten sie mit viel Enthusiasmus das 1. Gauturnfest nach dem Wettkampfstätten wenig anspruchsvoll, so erklärt sich auch die hohe Teilnehmerzahl bei der Veranstaltung. Vermutlich ist auch finanziell die Sache rund gelaufen, denn man konnte sich davon neue Geräte anschaffen. Zum 50-jährigen Vereinsbestehen gelang es, das Bezirksturnfest nach Verlautenheide zu holen, das dem Sagen nach sehr erfolgreich verlaufen ist. Die 3 Turnkameraden hatten in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg den Turnverein wieder nach vorne gebracht. In Anerkennung ihrer Verdienste wurden sie später zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Zum 50-jährigen Jubiläum 1924 war der Turnverein soweit erstarkt, dass der Vorstand sich den Arbeitsaufwand zutraute, ein Bezirksturnfest auszurichten. Es war eine überregionale Veranstaltung, bei der die Turner in allen Altersklassen ihre Mehrkämpfe austrugen, die in erster Linie aus Gerätübungen und leichtathletischen Disziplinen bestanden. Dazu kamen Schauvorführungen in Gymnastik und Turnen. Das Fest endete mit einem Festzug aller beteiligten Vereine durch den Ort.
Nach dem Krieg zeichnete sich in der Bevölkerung eine Nachfrage nach Ballsportarten ab, die von den bestehenden Vereinen, überwiegend Turnvereine, aufgegriffen wurde. Handball, Fußball und Faustballmannschaften wurden mit Vorliebe gegründet. So auch in Verlautenheide, wo auf Wunsch zahlreicher Mitglieder 1925 eine Feldhandballabteilung gegründet wurde.

Zuerst mussten die Sportler neben dem Handballtraining auch noch an den Turnstunden teilnehmen, doch in der weiteren positiven Entwicklungsphase des Handballsports wurde diese Verpflichtung gelockert. Ganze 10 Jahre Entwicklungszeit blieb dem Turnverein noch, bis durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten Spannungen erzeugt wurden.
Dies wäre auch eine Erklärung dafür, dass 1933 Heinrich Gier den 1. Vorsitz von Matthias Vonderbank nur für ein Jahr übernahm. 1934 folgte Peter Dohmen, unter dessen Führung das 60jährige Jubiläum gefeiert wurde. Dazu wurde auch eine Großveranstaltung unter Mitwirkung auswärtiger Vereine durchgeführt.
Die Nazis regierten jetzt massiv in die Vereine hinein. So mussten die Vorsitzenden in den Vereinen gewisse politische Kriterien erfüllen und die Vereine in einem Ort wurden zwangsvereinigt. 1935 wurde der 1912 gegründete Fußballverein SV Eintracht Verlautenheide in den Turnverein integriert und Josef Hermann wurde als neuer Vorsitzender gewählt. Dieser blieb bis 1944 1.Vorsitzender, obwohl die Zukunftspläne des Vereins durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 jäh zerstört wurden. Der Turn- und Spielbetrieb kam fast völlig zum Erliegen, denn die meisten aktiven Sportler wurden zum Wehrdienst eingezogen.

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